Upcoming MatchRed Lions Reinach — Argovia Stars/Sa., 16.02.2019/Kunsteisbahn Oberwynental
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Biels Meistertrainer Kinding unterstützt die Red Lions

Red Lions Reinach, Björn Kinding; Foto: Presse Augsburg

Trotz magerer Punkteausbeute ist Headcoach Andi Augstburger bei den Red Lions kein Thema. Die führenden Köpfe des Klubs um Präsident Rouven Blattner haben aber Massnahmen eingeleitet, um Trainer und Team in der sportlich schwierigen Situation zu unterstützen. Mit der temporären Verpflichtung des langjährigen NLA-Trainers Björn Kinding ist ihnen dabei ein genialer Schachzug gelungen.

Dem Hockeyplatz Reinach stehen spannende Tage ins Haus. Den Auftakt machte der Schlittschuhclub Reinach, welcher seinen Sponsoren im VIP-Bistro mit Björn Kinding einen prominenten Gastredner präsentierte. Der seit Jahren in Winnipeg beheimatete Mann aus der schwedischen Hafenstadt Göteborg hat vor allem in der Schweiz seine (Erfolgs-)Spuren hinterlassen. Seine Trainerstationen zwischen 1985 und 1994 hiessen Herisau (Aufstieg in die NLB), Biel (mit den Seeländern holte Kinding den Meistertitel) und EV Zug, wo er sich als Förderer von jungen Talenten einen exzellenten Ruf erwarb. Prompt erinnerten sich die Zentralschweizer im Frühjahr 2016 wieder an den Schweden, als sie für ihr Farmteam EVZ Academy einen Chef Technik und Headcoach suchten. Die einstige Liebesbeziehung war allerdings nicht von Dauer. Denn im Frühjahr 2018 beschloss man in gegenseitigem Einverständnis, den Vertrag nicht zu verlängern.

Björn Kinding hat als Nationaltrainer von Dänemark und Japan auch einschlägige Erfahrungen mit anderen Kulturen sammeln können. Seine Vorstellung von erfolgreichem Eishockey ist eine Synthese zwischen schwedischem «Beton» und kanadischem «Tempowahn» – was angesichts von Herkunft und aktuellem Domizil nicht verwundern kann. In seiner Biografie fällt auf, dass er sich immer wieder längere Auszeiten gönnte. Das ist nun auch nach dem Abgang in Zug nicht anders. Der 61-Jährige «Hockey-Professor» nutzt diese Freiheiten zur stetigen Weiterbildung. «Im Leben hat man bekanntlich nie ausgelernt», heisst seine Devise. Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört es, den Berufskollegen bei der Arbeit zuzuschauen und dabei Tipps für das eigene Wirken zu sammeln. So war er in den letzten zwei Monaten Zaungast bei Chris McSorley in Genf, Dan Tangnes in Zug und weiteren Klubs diesseits und ennet der Landesgrenze.

Jetzt macht der weitgereiste und erfahrene Coach in Reinach einen temporären Halt auf seiner Reise durch Europa. Beim SCR als Referent, bei den Red Lions vom 11. bis 18. November als Assistent von Andi Augstburger. Ein cleverer Schachzug der Verantwortlichen um Präsident Rouven Blattner und Finanzchef Carl von Heeren, den ausgewiesenen Hockey-Lehrer für einige Tage an den Klub zu binden – und das zudem ohne Kostenfolge! Eine tolle Geste des Schweden.

Björn Kinding mag zwar ein Trainer alter Schule sein, ist aber zweifellos kompetent genug, um Stärken und Schwächen des Kaders nach einigen Trainings und den beiden Heimspielen gegen Wil (Mittwoch, 14. November, 20:15 Uhr) und die Argovia Stars (Samstag, 17. November, 17:30 Uhr) realistisch einschätzen zu können. Auf sein Urteil darf man gespannt sein.

Text: Albert Fässler / Foto: Presse Augsburg (www.presse-augsburg.de)