Michael Nideröst übernimmt Zahners Erbe

Red Lions Reinach, neuer Headcoach, Michael Niederöst

Die Red Lions Reinach haben den Nachfolger für ihren scheidenden Trainer Raphael Zahner gefunden. Die Nomination erstaunt, wird mit dem 34-jährigen Michael Nideröst doch ein bisheriger Spieler zum neuen Chef befördert. Während sich Zahner nach drei Jahren in Reinach ab 2021/22 um den Ligakonkurrenten Luzern kümmert, wechselt Nideröst in Reinach vom Eis also hinter die Bande.

Red Lions Reinach, neuer Headcoach Michael Niederöst. Reisport-Chef Willi Müller
Reisport-Chef Willi Müller ist stolz, dass sein „Göttibub“ Michael Nideröst zum neuen Headcoach ernannt wurde.

Die Juniorenzeit durchlief der Flügelstürmer beim EHC Seewen, wechselte dann für vier Jahre nach Davos, schaffte den Sprung ins NLA-Team allerdings auch über dessen NLB-Partner Chur nicht. Es blieb bei zwei Testspielen mit den Bündnern und vier Einsätzen in der zweithöchsten Liga. Michael Nideröst kehrte in der Folge zu seinem Stammklub Seewen zurück und brillierte im Sturm als Einfädler wie auch als Goalgetter. 2010/11 waren es in 26 Spielen sagenhafte 54 Skorerpunkte, in der Saison darauf immerhin 50 Punkte aus 36 Spielen.

In seinem Steckbrief fällt auf, dass Nideröst seine Spielerkarriere mehrmals beendete und sich dann doch wieder für eine Fortsetzung begeistern liess. So kam in der Saison 2016/17 jedenfalls der Wechsel zum Küssnachter SC zustande. Vorerst in der Rolle des Stürmers, ehe er ein Jahr später auch seine Fähigkeiten als Spielertrainer unter Beweis stellen konnte, gelang unter ihm und dank seinen 43 Skorerpunkten in 20 Spielen sogar der Aufstieg in die 2. Liga. Erste Erfahrungen und Erfolge als Trainer bringt Nideröst also bereits mit. Dementsprechend freut sich der Speditionschef (Riwag Türen AG) und Vater einer kleinen Sophie nun auf die Herausforderung in Reinach: «Ich sehe das als riesige Chance, im Trainerbusiness definitiv Fuss zu fassen. Es ist schön, dass der Vorstand auf mich gesetzt hat. Ich werde alles tun, um dieses Vertrauen auch zu rechtfertigen.» Noch nicht bestimmt ist sein künftiger Assistent, aber Lions-Captain Simon Schnyder und Teammanager Roland Gegenschatz haben ihrem neuen Chef schon drei Monate vor dem offiziellen Amtsantritt ihre volle Unterstützung zugesichert.

Informationen über Videokonferenz

Da Kontakte in Gruppen von behördlicher Seite nach wie vor untersagt sind, wurden Staff und Kaderspieler in Form einer Videokonferenz über die Nomination von Michael Nideröst und künftige Aktivitäten informiert. Der designierte Headcoach dankte dabei für das in ihn gesetzte Vertrauen und liess auch durchblicken, wo er den Hebel ansetzen wird: «Bei mir haben Offenheit und Fairness im Umgang mit den Spielern oberste Priorität. Denn bei allem Leistungsdenken dürfen auch der Spass und die Freude am Hobby nicht zu kurz kommen. Jeder muss sich wohl und gut aufgehoben fühlen, damit er auf dem Eis seine besten Leistungen abrufen kann.» Erstaunlicherweise drehte sich der Gedankenaustausch weniger über die aktuelle, sondern mehrheitlich über die kommende Saison. Die Hoffnungen auf eine Fortsetzung des Trainings- und Meisterschaftsbetriebes tendieren offenbar gegen Null. Umso mehr befassen sich Vorstand, Staff und Spieler bereits mit der Saison 2021/22. Und da gibt es die nächste erfreuliche Nachricht, hat sich jetzt doch auch Stefano Pons für einen Verbleib in Reinach entschieden.
Damit ist das Kader praktisch beisammen, die Testspiele (Start am 14. August in Bellinzona) und das traditionelle Trainingslager im österreichischen Dornbirn (2.-5. September) sind fixiert. Damit kann Michael Nideröst vom scheidenden Headcoach Raphael Zahner ein intaktes Erbe übernehmen.