Top-Ärzte-Duo betreut Red Lions Reinach

Die positiven Nachrichten aus dem Lager der Red Lions Reinach summieren sich. Vier Wochen vor dem Meisterschaftsstart am 29. September ist es den Verantwortlichen um Sportchef André Augstburger gelungen, mit Dr. Michael Kettenring (Praxis in Reinach) und Dr. Bernhard Sorg (Praxis in Wallisellen) zwei Sportmediziner der Extraklasse für die Betreuung ihrer Kaderspieler zu gewinnen. Und das Spital Menziken der Asana Gruppe wird offizieller Medical Partner des Klubs.

Warum gleich ein Ärzte-Duo? Die Frage ist berechtigt, doch die Antwort liegt auf der Hand. Weil die Förderung des klubeigenen Nachwuchses zurzeit noch keine Talente hergibt, musste das Erstliga-Kader mit auswärtigen Spielern zusammengestellt werden. Diese kommen aus den verschiedensten Landesgegenden (u. a. Langenthal, Olten, Basel, Chur, Arosa, Kloten, Ambri, Weinfelden). Viele wohnen inzwischen in der Region Reinach/Menziken, andere bleiben vorderhand ihrem Domizil treu und nehmen stattdessen lange Wege in Kauf. Diesem Umstand wollte der Klub Rechnung tragen und suchte deshalb nach einer Lösung, die Einheimischen wie Auswärtigen gerecht wird. Sie ist mit Michael Kettenring und Bernhard Sorg gefunden.

Michael Kettenring – Beruf und Sport als Herzensangelegenheit

Ein prominentes Duo, das über ein breites Fachwissen und langjährige Erfahrung verfügt, sich zudem auch perfekt ergänzt. Denn der 67-jährige Mediziner aus Wallisellen sieht sich bei den Red Lions Reinach eher in der Rolle des Beraters, während der 51-jährige Wahlschweizer mit deutschen Wurzeln ein hervorragender Chirurg ist. Will heissen: Der eine berät, der andere führt aus. Hinter den beiden Medizinern steht zudem das Spital Menziken als offizieller Medical Partner des Hockeyklubs. In jeder Beziehung eine optimale Konstellation für Klub und Spieler. Michael Kettenring gehörte über mehrere Jahre hinweg zur Geschäftsleitung des Spitals und pflegt als Belegarzt weiterhin eine enge Beziehung zu den Verantwortlichen. Spezialisiert ist der Fan des deutschen Fussball-Drittligisten FC Kaiserslautern – mit dem der Schweizer Mittelfeldstratege Ciriaco Sforza einst in die Bundesliga aufstieg und auf Anhieb den Meistertitel holte – nach eigenen Angaben auf die Knie- und Schulterchirurgie, Traumatologie und Sportverletzungen. Seine Ausbildung hat Kettenring in Worms am Rhein gemacht, dort auch seine Ehefrau Carmen kennen und lieben gelernt. Der Sport wird in der Familie Kettenring buchstäblich gelebt. Sohnemann Tim (21) ist begeisterter Ski-Free-Rider und Skateboarder, während Tochter Lucy (17) regelmässig im Fitnessstudio anzutreffen ist. Die Eltern selber sind Lauf-, Rennvelo- und Bike-Freaks. Die Teilnahme am Hallwilerseelauf und am Luzerner Halbmarathon steht Jahr für Jahr auf der Agenda. 2019 will Michael Kettenring erstmals auch an einem Triathlon starten.

Bernhard Sorg – Arzt, Hobby-Journalist und Sportfan

Der berufliche Alltag von Bernhard Sorg wurde weitgehend durch den Sport und deren Aktive geprägt. Seit Eröffnung einer eigenen Praxis in der Zürcher Vorortsgemeinde Wallisellen sind 40 Jahre vergangen. Alles mit Rang und Namen im Sport ist hier schon ein und ausgegangen. Fast 25 Jahre lang amtete der Vater von zwei erwachsenen Töchtern als Teamarzt des NLA-Klubs Kloten, betreute Spieler aus rund 50 Fussballklubs, war SIHF-Chefarzt (Swiss Ice Hockey Federation), ging bei der FIFA ein und aus, zählte die Faustball-Nationalmannschaft, Olympiasieger und Nobelpreisträger zu seiner Stammkundschaft. Besonders angetan war er von den Reitsportlern. Das wiederum hatte handfeste Gründe, gehörte seine jüngere Tochter Carole doch jahrelang zur nationalen Nachwuchs-Elite. Bernhard Sorg war auch ein begnadeter Hobby-Journalist. So griff er in den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn öfter für den Tages-Anzeiger in die Tasten, wenn der Reitsport zum Thema wurde. Ob Profisportler oder Amateur, ob Star oder Gelegenheitssportler: Der gefragte wie beliebte Sportmediziner ist sich stets treu geblieben. Bescheiden im Auftritt und jederzeit hilfsbereit, wenn irgendwo Not an Mann oder Frau war. Sein Beruf ist zugleich Berufung. Vor diesem Hintergrund hat der Eintritt ins Pensionsalter bei ihm nicht viel verändert. Die operative Leitung der Zentralpraxis wird Bernhard Sorg gegen Ende dieses Jahres zwar in jüngere Hände übergeben, als Sportmediziner wird er aber weiterhin an Bord bleiben. Einzig im Golfsport hinkt Sorg zurzeit noch hinterher. Sein Wunsch nach einem besseren Handicap wird wohl unerfüllt bleiben, weil ihm die Zeit für ein das regelmässige Training schlichtweg fehlt.

Albert Fässler