Unmögliches möglich gemacht

RED LIONS REINACH: Saisonstart 2018/19 mit Stargästen – Grillplausch mit Del Curto, Zahner und Rossi

Seit der ordentlichen Generalversammlung vom vergangenen Mittwoch ist es definitiv: Die RED LIONS REINACH haben ihre Startsaison in der obersten Amateurliga mit einer weissen Weste beendet. Entgegen den Prognosen vieler konnte Finanzchef Carl von Heeren bei Einnahmen und Ausgaben von rund 175.000 Franken eine schwarze Null präsentieren. Damit hat sich das jüngste Baby im nationalen Eishockey zumindest den Respekt von Sport, Wirtschaft und Politik schonmal verdient. Allerdings gibt es Mutationen im aktuellen Vorstand und es muss dringend Ersatz gefunden werden.

Es war ein Kampf gegen die Uhr, als die Swiss Regio League im vergangenen Juni das Erstliga-Projekt des Schlittschuhclubs Reinach offiziell bewilligte. Die Initianten hatten damit nämlich nur vier Monate Zeit, um die hierfür notwendigen Finanzen zu beschaffen (175.000 CHF), die Infrastruktur den höheren Anforderungen (Sitzplatztribüne/Eishalle Oberwynental, Umbau einer abbruchwürdigen Baracke in ein heimeliges VIP-Bistro) anzupassen und ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Das Resultat ist bekannt. Weil 90 Prozent aller Spieler zu diesem Zeitpunkt schon anderweitig unter Vertrag waren, umfasste das Kader der RED LIONS REINACH lediglich zehn Namen. Das Team musste sich mit Leihgaben anderer Klubs (wie Rapperswil, Olten, Laufen) sportlich über Wasser halten. An einen geregelten Trainingsbetrieb war nicht zu denken und der ist bekanntlich das A und O in jeder Mannschaftssportart.

Trotzdem verdiente sich das Rumpfteam die Anerkennung von Sponsoren, Werbepartnern und Matchbesuchern. Die RED LIONS REINACH gingen immer mit Herz und viel Leidenschaft ans Werk. Leider verloren sie viele der insgesamt 30 Partien erst in der Schlussphase – nämlich dann, als sich der auf zu wenige Schultern verteilte Kraftverschleiss bemerkbar machte. Diese ovrbildliche Einstellung wurde von den wichtigsten Geldgebern des Erstliga-Neulings auch honoriert. Sämtliche Sponsorenverträge konnten verlängert werden.

Neue Saison, neue Voraussetzungen

Alles Vergangenheit und Schnee von vorgestern. Sportchef André Augstburger und seine Helfer haben es mit einigen Monaten Verspätung nun geschafft, ein komplettes Team mit 20 Feldspielern und drei Torhütern zu verpflichten. Der  letztjährige Assistenztrainer André Augstburger teilt sich die Trainer-Aufgaben mit dem Neuzuzüger Patrick Rothen (34). Rothen startet – wie einst der heutige HCD-Trainer Arno Del Curto – in Reinach seine zweite Karriere. Die Hausaufgaben sind also gemacht und spannende Abende in der Eishalle Oberwynental garantiert. Denn der neue Modus – zwei Gruppen Ost und West mit je 13 Mannschaften – wird für alle Beteiligten zur grossen Herausforderung. Mit sofortiger Wirkung sind Aufstieg und Relegation nämlich wieder eingeführt. Oben bleiben heisst denn auch das Minimalziel der RED LIONS REINACH. Doch Captain und Leitwolf Simon Schnyder hält es mit den zuletzt so erfolgreichen Schweizer Nationalspielern: „Ich will einen Platz im Playoff und das ist mit einer funktionierenden Mannschaft ein durchaus realistisches Ziel.“

Start mit exklusivem Grillplausch

Das Sommertraining unter der Federführung von Patrick Rothen ist vor einer Woche angelaufen. Der erste Saison-Höhepunkt aber erwartet die 17 Sponsoren und 35 Mitglieder des RED LIONS BUSINESS CLUBS. Am 13. Juni gibt es einen exklusiven Grillplausch in den Lokalitäten der Atrium Design AG mit den Stargästen HCD-Trainer Arno Del Curto, ZSC-CEO Peter Zahner und Nationalspieler Matthias Rossi – ein Trio mit sportlicher Vergangenheit in Reinach. Den wichtigsten Geldgebern der RED LIONS REINACH winkt damit die einzigartige Chance, sich mit den drei Persönlichkeiten der nationalen Eishockeyszene über Gott und die Welt, ihre Klubs und vor allem die grossartigen Taten der Nationalmannschaft zu unterhalten.

Vorstand sucht Verstärkung(en)

Zwei Mutationen gibt es im Vorstand der RED LIONS REINACH. Aus beruflichen Gründen musste Präsident Werner Ruf-Solér im vergangenen Herbst vorzeitig das Handtuch werfen. Mit Rouven Blattner sprang ein Mann in die Bresche, der seine ganze Jugendzeit in Reinach verbracht hat. Er hat das Hockey-Abc beim SCR gelernt und führt als Generalagent bei der Vaudoise rund 60 Angestellte – ein Macher mit Führungserfahrung also. Seine Demission eingereicht hat Patrick Kummli. Als Repräsentant des Hauptvereins hat er massgebend zum Gelingen des Erstliga-Projekts beigetragen und wird das sicherlich auch weiterhin tun. Aufgrund seiner Doppelbelastung muss er als verantwortlicher SCR-Präsident jedoch etwas kürzertreten. Da Werner Ruf und Patrick Kummli an der Generalversammlung nicht teilnehmen konnten, werden ihre Verdienste um die RED LIONS REINACH bei anderer Gelegenheit gewürdigt.

Laut Rouven Blattner ist es nun dringlich, die vierköpfige Führung mit fleissigen Schaffern und Machern aufzustocken. Denn die Aufgaben sind vielfältig und lassen sich nur in Teamarbeit erledigen. Blattner dazu: „Vor allem bei der Organisation von Events und unseren Heimspielen benötigen wir dringend Verstärkung. Je mehr Leute aus der Region sich engagieren, desto kleiner ist die Belastung für jeden Beteiligten.“ Bleibt zu hoffen, dass sein Aufruf zur Mitarbeit nicht ungehört verhallt. Nie war Freiwilligenarbeit und Einsatz für Vereine wichtiger als heute.

Albert Fässler