Wynentaler Blatt: Ein Derbysieg als Balsam fürs Gemüt

Red Lions Reinach, Wynentaler Blatt: Ein Derbysieg als Balsam fürs Gemüt

Unser Medienpartner Wynentaler Blatt berichtet über das Derby Red Lions Reinach vs Argovia Stars am 26.10.2019

Im Kantonsderby bezwangen die Red Lions Reinach zuhause die Argovia Stars 5:3. Das unterhaltsame Spiel endete mit einem Herzschlagfinale, bei dem die Gäste am Ende ohne Torhüter spielten. Die Red Lions hielten im Poker stand und Rosamilla zerstörte alle Hoffnungen der Aarauer mit einem Treffer ins leere Gehäuse.

mars. «Das war geil!», dies der Kommentar von Trainer Raphael Zahner nach dem Spiel. Alle Reinacher Fans hätten ihm sofort zugestimmt – zumindest alle, die keine Herzprobleme haben. Denn beim Spielstand von 4:3 setzten die Aarauer zu einem stürmischen Schlussfurioso an, zuletzt sogar mit sechs Feldspielern. Das Glück blieb aus, der Poker ging schief. Nach einem Befreiungsschlag der Reinacher, bei dem der Puck noch am leeren Tor vorbei glitt, schnappte sich Rosamilla die Scheibe und machte den Sack mit dem 5:3 zu. Denn Gästen ging damit die Motivation und vor allem die Zeit aus. Trainer Zahner sah das Ganze so: «Wir haben die Angriffe in der neutralen Zone gut zerstört. Der Gegner hatte zwar ein paar Chancen, aber ich bin zufrieden.» Der Sieg gegen den Kantonsrivalen ist nicht nur ein schöner Prestigeerfolg, die Reinacher halten so auch den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle. Zwar liegen sie auf dem zehnten Platz, bis zum fünften Rang – jenem der Argovia Stars – liegen gerade mal drei Punkte.

Nicht nur das Resultat, der ganze Auftritt vom vergangenen Samstag stimmt zuversichtlich. Die Reinacher Eishalle konnte dennoch nicht gerade als Hexenkessel bezeichnet werden. Die Aarauer Fans hatten anzahlmässig annähernd und emotional deutlich die Oberhand. Der Start war mit unnötigen Strafen (Bandencheck, Wechselfehler/zu viele Spieler auf dem Eis) und Gästen, die zweimal ein Tor vorlegten für Reinach etwas holprig, aber zweimal glichen die Red Lions aus. Nach dem 2:2 durch Maillard und vor allem, nachdem man nach Meyers Treffer erstmals in Führung ging, nahmen die Wynentaler auch die Spielgestaltung in die Hände. Sie zeigten gefällige Kombinationen mit sauberen Pässen oder nahmen, wenn nötig, Tempo raus um alles zu beruhigen. «Wir durften, die Gäste mussten», erklärte Trainer Zahner diese gute Spielphase knapp und präzise.

Das alles zeigt die Veränderung gegenüber den ersten beiden Saisons. Da befand sich nicht bloss eine Ansammlung von guten Spielern auf dem Eis, da kämpfte eine Mannschaft. Auch die pessimistischen Vorzeichen des Spielbeginns in Form der erwähnten Strafen vermochte man abzuschütteln und es gelang zunehmend, der Partie den eigenen Stempel aufzudrücken. Auch das ein Zeichen dafür, dass eine gewisse Souveränität Einzug gehalten hat, auf die man aufbauen kann. Obwohl das Boxplay optisch gut aussah und die Gäste ihr Powerplay nur mit Mühe aufziehen konnten, trafen sie dabei zwei Mal. Im Gegenzug gelang Reinach nur ein Tor in Überzahl. Angesichts des Siegs in Euphorie zu verfallen, wäre also sicher falsch Zuversicht darf sich aber breit machen.

Im Spielverlauf präsentieren sich die acht Treffer so: Das 0:1 von Frei war ein Weitschuss-Glückstreffer ins rechte Toreck, wobei dem sonst souveränen Keeper Kunz vermutlich die Sicht verdeckt war. Die Basis zum 1:1 durch Lang legte Köppel mit einem Solo. Das 1:2 folgte postwendend nach dem Anspiel durch Steiner. Beim Ausgleich zum 2:2 hängte Maillard nach seinem Solo den Puck eiskalt ins Netz, er war von Schnyder lanciert worden. Der Reinacher Führungstreffer war ein Kombinationstor von Meyer und Assistent Bonga-Bonga. Das 4:2 das Resultat eines Powerplays mit dem Schützen Allabauer, via Schnyder und Gegenschatz. Das 4:3 fiel ebenfalls im Powerplay, Steiner traf, von Gusset via dem Ex-Reinacher Bessire lanciert. Das 5:3 schoss Rosamilla im Nachschuss, nachdem Allabauers Befreiungsschlag knapp am Gehäuse vorbeigeglitten war.

Red Lions Reinach – Argovia Stars 5:3 (0:1, 3:1, 2:1) – Kunsteisbahn Reinach: 305 Zuschauer – SR: Derada; Wüthrich, Feuz – Tore: 17. Frei (Auschluss: Zubulis) 0:1, 24. Lang (Köppel) 1:1, 24. Steiner (Frei) 1:2 26. Maillard (Schnyder) 2:2, Meyer (Bonga-Bonga) 3:2, 54. Allabauer (Gegenschatz, Schnyder/Auschluss: Gisin) 4:2, 57. Steiner (Bessire, Gusset/Ausschluss; Rietmann) 4:3, 60. Rosamilla (Allabauer) 5:3.

Strafen: 5 x 2 Minuten und 1 x 10 Minuten gegen die Red Lions, 7 x 2 Minuten gegen die Argovia Stars. Red Lions Reinach: Kunz; Schnyder, Gegenschatz, Meyer, Schlatter, Zubulis, Bulgheroni; Vogt, Lang, Mezsargs, Allabauer, Rosamilla, Rietmann, Renggli, Bonga-Bonga, Moldovanyi, Köppel, Maillard.

Argovia Stars: Hüsser; Wälti, Reichlin, Gusset, Bessire, Eichenberger, Stadelmann, Lüthi; Frei, Simmen, Zuberbühler, Gisin, Steiner, Wittwer, Cueni, Heiniger, Hartmann, Caflisch, Spycher.

Bemerkungen: 54. Timeout Argovia Stars, ab 59.50 Argovia Stars mit sechs Feldspielern/ohne Torhüter.

Tabelle: 1. EHC Frauenfeld 8/16/21; 2. PIKES EHC Oberthurgau 8/19/18; 3. EC Wil 8/4/15; 4. GDT Bellinzona 8/2/14; 5. Argovia Stars 8/1/12; 6. SC Herisau 8/4/11; 7. SC Rheintal 8 /-8/11; 8. EHC Wetzikon 8/1/11; 9. EHC Burgdorf 8/-1/10; 10. Red Lions Reinach 8/-5/9; 11. HC Prättigau-Herrschaft 8/-13/8; 12. HC Luzern 8/-20/4.

Text/Foto: mars./Wynentaler Blatt